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Nachwirkung von TGN412Patient A hat Krebs

06.08.2006, 11:44 Uhr

Knapp fünf Monate nach dem folgenschweren Medikamententest in Großbritannien ist einer der sechs Versuchsteilnehmer an Krebs erkrankt.

Knapp fünf Monate nach dem folgenschweren Medikamententest in Großbritannien ist einer der sechs Versuchsteilnehmer an Krebs erkrankt. Bei dem 35-Jährigen David Oakley wurden erste Anzeichen von Lymphknotenkrebs festgestellt, berichteten britische Sonntagszeitungen. Es sei wahrscheinlich, dass auch die anderen fünf Testpersonen an Krebs oder einer Autoimmunkrankheit erkranken, heißt es laut Zeitungsberichten in einer unabhängigen Studie des Immunologen Richard Powell, der die Männer untersucht hat.

David Oakley war bislang nur als Patient A bekannt. "Als ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, sagten mir die Ärzte eine vollständige Genesung voraus", erklärte Oakley. Er sei schockiert gewesen, als der Immunologe jetzt eine Krebserkrankung feststellte.

Nach dem folgenschweren Test des Wirkstoffs TGN412 zahlte die Versicherung des Würzburger Unternehmens TeGenero, dem Hersteller des Wirkstoffs, an vier der Männer eine Summe von jeweils 10.000 Pfund (14400 Euro). Wegen der schweren gesundheitlichen Folgen fordern die sechs Testpersonen jetzt eine Entschädigung von jeweils fünf Millionen Pfund (7,2 Millionen Euro).

Bei dem Medikamentenversuch Mitte März wurde der Wirkstoff TGN412 erstmals an Menschen klinisch getestet. Die sechs freiwilligen Versuchspersonen erhielten für ihre Teilnahme jeweils 2000 Pfund (2800 Euro). Das in Deutschland entwickelte Mittel sollte gegen rheumatische Arthritis, Leukämie und Multiple Sklerose zum Einsatz kommen. Bei den Testpersonen löste es jedoch Organversagen und starke Kopfschwellungen aus.